Preiswerte(?) Unterkunft im Herzen vom London

Pavilion-Hotel, Nostalgie und eine ganze Menge Staub und Dreck und ein wenig „Rosemaries Baby“

(nicht ganz) ernst zu nehmender Reisebericht

In der Dunkelheit wirkt die Außenansicht ansprechend und einladend

London ist nicht nur eine aufregende Stadt. London ist laut, groß, aufregend und sie ist einer der teuersten Städte der Welt. Die Stadt ist jung, kulturreich, modern, aber sie bietet Historie und Geschichte in Hülle und Fülle. Die Menschen sind bunt, lebhaft, zu einem sehr großen Teil jung(rund 50% sind unter 35), aber sie lieben ihre Tradition.Mehr zu den schönen Seiten der Stadt: Mehr….

Aber die Stadt hat auch eine andere Seite und die folgende kleine Beschreibung betrifft zwar ein Erlebnis in EINEM Hotel in London, ABER sie trifft auch auf viele andere Hotels in der britischen Hauptstadt zu.

Eigentlich hätte man denken können, was den Besucher erwartet, wenn er ein Hotel in London bucht und der Veranstalter „nur“ 93 Euro für eine Übernachtung (incl.Frühstück) verlangt. Aber wie heißt es doch so schön:“no risc, no fun“ und so bestiegen wir den Flieger mit einem kleinen Magengrummeln, aber der Hoffnung das „man sich auch mal täuschen kann“ und es auch positive Überraschungen gibt. Ja, Überraschungen gibt es immer wieder, aber die Hoffnung ein preiswertes und GUTES Hotel für diesen Kurs in einer der teuersten Städte der Welt zu finden, stirbt spätestens beim Betreten eines solchen Hauses. Es muss angemerkt werden, selbst mein Reisebüro war skeptisch und mich um eine detaillierte Beschreibung nach meiner Rückkehr und dieses Versprechen löse ich mit diesem Betrag ein.

Kurze Anmerkung des Verfassers: Ich war in meinem Leben in 42 Ländern dieser wunderschönen Erde und habe in den teuersten Hotels und auch in den billigsten Absteigen genächtigt. Versiffte Toiletten, schlechter Service und Muff sind mir bekannt, trotzdem habe ich ein Problem mit dem Pavillion in London.

Gerne vergleicht man Dinge im Leben und sagt: „Es hätte schlimmer kommen können“. Auf diesen Vergleich muss ich hier verzichten, denn „NEIN“ es hätte nicht schlimmer kommen können, zumindest kenne ich keinen schlimmeren Platz, deshalb muss der Vergleich entfallen.

Klein und mein, aber garantiert nicht fein

Gelegen im Herzen von London, ganz in der Nähe des Hyde Parks (10 Minuten zu Fuß), am Marble Arch und über Oxford Street und Regent Street nicht fern vom Piccadilly Circus. Den Weg vom Flughafen zum Hotel, es war morgens gegen 9.00Uhr absolvierten wir mit der Tube (U-Bahn) und landeten am Rande von Paddinton. Auf dem Fußweg über Sussex Garden passierten wir eine ganze Reihe von Hotels, von außen sehr ähnlich, aber auch das Innere soll vergleichbar sein. Keine Sorge, die folgende Beschreibung hat nichts mit Rassismus zu tun, aber fast alle dieser Hotels sind in Besitz, Bewirtschaftung oder unter der Leitung von orientalisch anmutenden Menschen, oder wie in unserem Falle in komplett indischer Hand. Nun sind die Kulturen unterschiedlich, die Sitten die Gebräuche und auch das Verständnis von Sauberkeit und Ordnung. Dass auch die “Bediensteten“ des Hauses aus diesen Bevölkerungskreisen stammte, dokumentiert sich an den langen schwarzen Haaren auf Handtüchern und auf dem „hellen“ Boden in der Badekabine mit integriertem Klo. Von uns konnten die Haare nicht stammen, denn wir sind „mumienblond“ (also grau) und haben kurze Haare.

Dies ist keine Beschwerde, denn wir hätten es wissen müssen. Ich selbst war viele Male in England und ich bin niemals auf die Idee gekommen ein Hotel zu buchen, das unter 150 – 200 BP lag, aber diesmal eben doch.

Fluchtwege werden offensichtlich selten benutzt

Auf dem Foto sieht das Ganze kuschelig aus

Schon beim Eintritt ins Hotel wurde klar wo wir gelandet waren. Enges Treppenhaus und  Muff aus tausend Jahren Kulturgeschichte, in der allerdings die modernen Eigenschaften von Staubsauger, Kühlschrank, Reinigungsmitteln oder Lüftung keinen Einzug gehalten haben.

Wasser, Seife, Fensterreinigung, Badbelüftung, Wannenreiniger, Teppichschampoo oder Feuerschutztüren müssen wohl nach der letzten Begehung durch einen Hotelfachmann erfunden worden sein. Die Tierschutzverordnung in Deutschland besagt: Für Hunde mit einer Widerristhöhe von 65cm muss eine Fläche von 10qm für einen Zwinger bereitgestellt werden. Wir sind rund 170cm groß und das Maß wurde nicht einmal eingehalten. Zimmer bestehend aus Bett, Kommode und Schrank, plus dreibeiniger Stehtisch. Vorsicht, all dies hört sich gut an, ist aber wenig nutzbar. Der kleine ca. 30cm große Tisch wackelt, Der Schrank steht kurz vor dem Zusammenbruch und die Kommode stinkt nach „letzter Lüftung vor dem 1.Weltkrieg“. Die Eröffnung des Hotels muss auch gleichzeitig der Tag einer letzten Grundreinigung gewesen sein und wenn Tote zu Staub zerfallen, dann sind in diesen Zimmern tausende Menschen begraben. Einen ähnlichen Eindruck hatten wir beim Frühstück. Wobei Frühstück ist vielleicht nicht ganz die richtige Beschreibung. Einen Frühstücksraum gibt es nicht. Morgens steht ein schmuddeliges Plastiktablett vor der Tür. Darauf befinden sich 2 matschige Milchbrötchen(Form von Croissants), 2 Muffins, 2 Tütchen mit Orangensaftplörre und zwei Energiedrinks. Gefrühstückt wird auf dem Bett, so wie es hunderte von Gästen vor uns auch gemacht haben. Der Nachweis liegt unter dem Bett, denn die Krümel häufen sich dort seit Generationen. Mangels Tisch und Stuhl im Zimmer bleibt nur das Bett zur Nahrungsaufnahme.

Es schmeckt nicht, aber zum Überleben reicht es.

Ein paar Details sind auf den Bildern sichtbar und ich füge diesen Beschreibungen den Link von Tripadvisor bei (https://www.tripadvisor.de/Hotel_Review-g186338-d188939-Reviews-Pavilion_Hotel-London_England.html#photos;geo=186338&detail=188939&aggregationId=101). Ja, auch wir hätten uns vorher „schlau machen können“. Es war weder die Schuld des Reisebüros, noch des Hotels. Die Bilder hätten ausgereicht, hätten uns warnen können und hätten uns abschrecken können.

Der Buchungspreis wurde vorher fällig, wir erhielten einen „Voucher“ und denen kassierte das Hotel beim Eintritt. Geld weg, in jedem Fall. Klar wir hätten trotzdem wechseln können, hätten kämpfen können, aber wozu. Wir haben es tapfer durchgestanden und wir hatten (trotz allem)viel Spaß. Zurück erinnert an Jugendherbergen( sorry nein, denn die waren sauber) waren wir wenig auf dem Zimmer, sahen mehr von London, hielten uns länger in der Innenstadt auf und genossen die Luft in den Parks. Wir vermieden den Kontakt zu der schmuddeligen Pferdedecke auf dem Bett, schliefen bei weit geöffnetem Fenster (laut aber luftig und frisch) und lachen noch heute über unsere Nachbarin, die nicht aus der Dusche kam und um Hilfe rief. Ich habe sie befreit, denn der Hoteleigner hatte keinen Schlüssel und die Tür war von innen verschlossen.

Resumee:

Vorsicht bei der Suche nach einer geeigneten Unterkunft. In London entscheidet der Preis klar mit. Zu sanitären Einrichtungen hat der Brite (aus meiner Sicht) ein eigenes Verhältnis, denn auch in Kaufhäusern, Restaurants und öffentlichen Anlagen liegt vieles im Argen. Besser ein paar Euro mehr angelegt und in einem sauberen und gemütlichen Hotel etwas außerhalb etwas buchen. Londen ist teuer und die kleinen Hotels sind sehr bescheiden um den Kraftausdruck von „Sch….“ Zu vermeiden.

Die schönen Seiten von London in Wort und Bild(auf das Bild klicken)

Alles in allem ein Erlebnis der besonderen Art, denn letztlich war das Ganze nur noch mit Humor zu ertragen.Die schönen Seiten der Metropole findet man hier.

Einen Überblick gibt auch die Hotel-Website (http://www.pavilionhoteluk.com/)  die allerdings nicht immer erreichbar ist.

ACHTUNG:Kommentare sind gerne gesehen!!!

Jetzt auch als Hörbuch erhältlich

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