Habe ich das richtig verstanden liebe AOK?

Rückfälle sind Sache der Rentenversicherung?

Seit vielen Monaten beschäftige ich mich mit der Unterstützung von Menschen die den Willen haben der Droge „Alkohol“ die Stirn zu bieten. Da ich wenig Einfluss auf den Entschluss des Trinkers nehmen kann, konzentriere ich mich um die Vermeidung von Rückfällen und versuche Menschen zu unterstützen. Nach einer Entgiftung vergeht sehr häufig sehr viel Zeit bis die Betroffenen zu einer Langzeittherapie gehen können und die Selbsthilfegruppen sind meist hervorragend, aber auch dies reicht oft nicht aus.

So entschloss ich mich zu einem anderen Weg und suchte den Kontakt zur AOK (in diesem Fall der AOK Regionaldirektion Rheinland/Hamburg). Auf Einladung unseres SPD Landtagsabgeordneten kam es zu einem Treffen und ich habe meine Überlegungen aus- und angesprochen.

Ich habe im Gespräch verstanden dass in der AOK Rheinland/Hamburg keine Prävention zur Vermeidung von Rückfällen nach Entgiftung und Entzug vorgenommen wird und auch das Thema Unterstützung von Co-Abhängigen, also Menschen aus dem direkten Umfeld von Kranken, von der Regionaldirektion nicht behandelt wird.

Begründung: Der Aufwand zu einer erneuten Entgiftung, wenn die Zeitspanne bis zur LZT zu lang wird, ist unerheblich und schlägt sich in den Kosten kaum nieder UND ein Rückfall nach einer Langzeittherapie interessiert die AOK nicht, denn das bezahlt die Rentenkasse!

Diese Interessenlosigkeit und das unnütze Verschwenden von Geldern haben mich schockiert.

In dieser Klinik absolvierte ich selbst ein Kur und erlebte spannende Geschichten.

Mich hat dies sehr überrascht, denn nach Veröffentlichungen der BEK,TK und dem Spitzenverband der Krankenkassen werden die Institutionen in einem erheblichen Maße durch alkoholkranke Menschen belastet. Es stimmt zwar das die Langzeittherapien durch die Rentenversicherer bezahlt werden, aber jede Entgiftung und die Vorbereitung zur Langzeit und jeder Rückfall, der ja immer wieder mit einer Entgiftung beginnt belastet die Krankenkassen in einem erheblichen Maß. Deshalb betreibt (zum Beispiel) die AOK Nordwest einen sehr hohen Präventionsaufwand (Team Prävention),  und arbeitet intensiv an diesen Dingen ((http://www.aok-business.de/bayern/gesundheit/bgf-fuer-ihre-mitarbeiter/sucht/alkohol/suchtpraevention-im-betrieb-alkohol/).

Insbesondere nach einer Entgiftung könnten Gespräche mit den Betroffenen und deren Angehörigen eine erhebliche Hilfestellung, eine große Unterstützung und vor allem eine Reduzierung Ihrer Folgekosten für erneute Entgiftungen (bis zu 40 vor ein LZT) sein. Gespräche mit den Angehörigen würden Besuche von Psychologen, Therapien und Aufenthalte in Kliniken deutlich reduzieren.

Das ich dies mit Unterstützung meines Buches vorgenommen hätte, könnte man als Werbung verstehen, war aber weder beabsichtigt, noch wurde darüber gesprochen.Weitere Infos zu diesen Themen in diesem Blog unter dem Stichwort „Alkohol

Allein die Benennung eines Präventionsmitarbeiters hätte ausgereicht um zumindest den optischen Schein zu wahren. Gerne hätte ich auch einen Blog-Beitrag zu diesem Thema erstellt und die Bereitwilligkeit  der AOK beschrieben.

Am 18.Juni 2018 „feiern“ wir den 50.ten Jahrestag, an dem Alkoholismus als Krankheit anerkannt wurde. Ob bis dahin auch die AOK verstanden hat das mit wenig Aufwand und ehrenamtlichem Einsatz Geld gespart werden kann?

UPDATE (16.10.17):

Inzwischen hat sich die AOK gemeldet und mir eine Adresse (Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen) gegeben. Sie selbst, also die AOK, hat keine Idee wie man eine Unterstützung von Kranken durch mich gewährleisten könnte.Wir unterstützen ja schon SHG`s und wir halten ja auch eine Prävention für wichtig.Aber fragen sie mal beim Ministerium.Und schwupp…. weg waren sie wieder. Echtes Interesse an den Kranken, an den Betroffenen oder etwas Kreativität? Nein, Fehlanzeige. Ich mache weiter und habe jetzt das Ministerium angeschrieben!!!

UPDATE (18.10.17):

imageVon der mgepa (s.Logo) erhielt ich eine Adressenliste vom Fachausschuss für Suchtselbsthilfe in NRW.Mein Vorschlag wurde positiv bewertet und ich erhielt den Ratschlag dort (FAS) vorstellig zu werden. Kontakt zum Sprecherkreis habe ich aufgenommen und warte jetzt auf eine Rückantwort.

 

Wie denkt Ihr darüber? Wenn jemand Ideen zu diesem Thema hat, bitte per Mail, ich würde diese dann gerne übernehmen.

Jetzt auch als Hörbuch erhältlich.Infos hier

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