Ein nicht ganz ernstgemeinter Reisetipp zur Stadt der Liebe Italiens und damit zu einer der ältesten und faszinierendsten Städte Europas.

Achtung: Der Beitrag kann kleine Übertreibungen, Unwahrheiten, aber auch gute Tipps enthalten.

Zu Inhalt und Nebenwirkungen befragen Sie bitte Ihr Reisebüro oder den Verfasser des Beitrags.

Die exakte Bezeichnung für Venedig lautet „La Serenissima Repubblica die San Marco“, die durchlauchteste Republik des Heiligen Markus und es war für mich immer schon ein Ziel, die Stadt der Liebe zu besuchen. Es streiten sich hier, so steht es zumindest im Internet, die Städte Paris (mit den Künstlervierteln, den romantischen Ufern der Seine und dem Eifelturm) und Venedig mit den kuschligen Gassen, dem ewigen Plätschern, den Gondeln auf dem Canale Grande und dem unterhaltsamen Wirken auf dem „Piazza San Marco(dem Markusplatz).

WIR wollten immer schon mal dort hin, aber in der Jugend reichte das Geld nicht, während des Berufes fehlte die Zeit und jetzt im Alter fehlt zwar immer noch ein bisschen das Geld, aber zumindest war genügend Zeit vorhanden. Warum steht das Geld im Mittelpunkt? Im Laufe des Beitrages wird das Problem klarer.

Flüge nach Venedig aus unserer Region sind von Düsseldorf, Köln und Dortmund möglich. Langfristige Vorausplanungen reduzieren den Flugpreis, Flüge sind schon für 50 Euro (Hin und Rückflug) zu bekommen. Unser Flug ging ab Düsseldorf und die Freude auf den Besuch in der magischen, mystischen und romantischen Stadt stieg von Flugminute zu Flugminute. Die ewige Stadt mit ihren unzähligen Kanälen, den geschichtsträchtigen Häusern, den Museen, den Brücken und den Palästen zog bereits auf dem Flug an unserem inneren Auge vorbei.

Die Landung erfolgte auf dem Flughafen Marco Polo, laut Routenplaner nur knapp 10 Kilometer entfernt, aber zu unterschiedlichen Preisen erreichbar. So reichen die Transportmittel von Schnellboot für 50 Euro bis zum Bustransfer für 8 Euro pro Person.

Wir wählten die Busvariante und kamen am Piazzale Roma, dem zentralen Busbahnhof und zentralen Parkhaus Venedigs an.

Von hier aus beginnt –in jedem Fall –das Erlebnis Venedig. Beschrieben werden die byzantinische Kultur, eine mittelalterliche Beeinflussung durch Impulse aus dem Osten, aus Konstantinopel und auf gotische Stilelemente. Nicht beschrieben wird die übertriebene Anwesenheit von asiatischen Straßenhändlern, nervigen Angeboten Raubkopien namhafter Hersteller und Anmachern und Türstehern vor allen Restaurants.

Jedes Restaurant hat die besten Preise, das beste Essen und die nettesten Kellner. Vorsicht, in fast allen Fällen stimmen Essen und die Beschreibung der Kellner. Die besten Preise, allerdings für den Wirt, finden wir auch. Versteckte Willkommensdrinks, aufgezwungene Nachspeisen und versteckte Servicegebühren gibt es in JEDEM Restaurant. Zunächst aber führt der Weg vom zentralen Platz zum Hotel, eine Übersichtskarte(vom Reisebüro) oder eine aussagefähige Handyapp sind äußerst hilfreich. Jede Gasse gleicht der anderen und es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten einer guten Orientierung.

Die umständlichste, aber sicherste Variante auch jeden Quadratmeter Venedigs zu sehen: Folgen Sie den Hinweisschildern  Piazza San Marco, Ponte di Rialto oder  Piazzale Roma. Diese Schilder sind (gefühlt) so angebracht, das auch der letzte Straßenhändler, die allerletzte Gasse und der unbedeutendste Nebenschauplatz von Touristen besucht wird. Wie gesagt, reine Vermutung, aber es ist schon seltsam, wenn man sich stundenlang im Kreis bewegt ohne sein Ziel zu erreichen.

Die unspektakulärste Variante ist der einfache Stadtplan (auch auf dem Mobiltelefon).

Eigentlich immer entlang des Canal Grande (Canale Grande ist eine häufige falsche Benennung) im Venezianischen Canałazzo, der Hauptwasserstraße in der Lagunenstadt.

Wir starten also am „Piazzale Roma“, überqueren den „Canal Grande“ über die futuristische Brücke „Ponte della Costitutione“, danach geht es eigentlich immer gerade aus.

Geradeaus bedeutet hier immer auf dem Hauptweg bleiben. Dieser zieht sich, entlang des „Canal Grande“, im Halbkreis durch ganz Venedig und endet vorerst an der drittwichtigsten Sehenswürdigkeit Venedigs, der „Rialto Brücke“. Die wunderschöne alte Fußgängerbrücke aus Stein ächzt heute unter der Last von Millionen Besuchern die jährlich das Meisterwerk an Baukunst bestaunen genauso wie unter der Vielzahl an Andenkenhändlern die den Mittelteil der Brücke verunstalten.

Von hier aus ist es nicht mehr weit bis zur Hauptattraktion, dem Markusplatz mit Markusdom, der weltbekannten Kathedrale und dem im gotischen Stil erbauten Dogenpalast mit seinen Gemächern, Gefängnis und Museum.

Ohne Widerspruch einer der schönsten Plätze auf der Halbinsel, immer stark frequentiert von Besuchern aus aller Welt und hunderten von Tauben. Letztere dienen in erster Linie als Dekoration für Touristenfotos, Futter wird für „kleines Geld“ angeboten, aber Vorsicht. Das Futter ist überteuert und die kleinen Flugratten kommen auch so auf Hand, Fuß oder Kopf und machen dasselbe wie die Händler, sie bescheißen die Besucher.

Vom Markusplatz gelangt man direkt zum Ufer des „Bacino di San Marco“, des Wasserbeckens zwischen dem Eingang zum „Canal Grande“ und den Inseln „San Giorgio Maggiore“ und „Guidecca“. Von hier aus beginnt eigentlich fast alles, was Venedig touristisch zu bieten hat. Hier steht die größte Zahl der Gondeln, die mit ihren Gondoliere ab 80 Euro für 30 Minuten zu Buche schlagen, hier fahren auch die Wassertaxen (Traghetto), die man aber ebenfalls aus Kostengründen meiden sollte und von können auch die „Vaporettos“, die Wasserbusse genutzt werden, die auch Einheimische an ihre Arbeitsstätten bringen.

Rentnerehepaar am Gardasee

Nicht ratsam ist der Besuch der Kneipen und Restaurants rund um den Markusplatz. Nur wenige Schritte weg vom touristischen Mittelpunkt verringert sich der Preis eines Kaffees schnell mal von 6 Euro, auf 2 Euro und damit meine ich nicht den Kilopreis, sondern die Tasse Kaffee mit Blick auf dem Markusdom.

Generell kann gesagt werden. Zentrum = sehr teuer, jede Gasse weiter weg, der Preis geht runter. Nur beim Pippimachen bleiben die Angebotspreise gleich. Öffentliche Toilette kostet für jede Geschäftsart und Geschlecht immer 1,50 Euro.

Gondoliere sind ein tolles Fotomotiv, eine 30 minütige Fahrt kostet grundsätzlich rund 80 -100 Euro. Wer den Aufenthalt in der Stadt der Liebe,  Mythen und Erzählungen für eine Hochzeit nutzt, der kommt auf seine Kosten. Kaum eine Stadt der Welt  bietet mit seinen romantischen Flecken, der atemberaubenden Kulisse  und den verträumten Brücken und Kanäle eine bessere Location.

In den letzten Jahren wird viel über Venedig berichtet, Hotel- und Pensionsbesitzer vertreiben die Einheimischen. Die Mieten steigen ins Unmeßliche und die Gebäude selbst sind teilweise in einem schlechten Zustand. Die kanalseitigen Fassaden stehen auf Holzpfählen, die inzwischen verrotten und Venedig droht in der Lagune zu versinken.

Für diejenigen, die noch nicht in Venedig waren, ein Muss. Kein Urlaub zur Entspannung und  nichts für den Jahresurlaub, aber ganz gewiss ein kunsthistorischer Leckerbissen und ein Pflichtprogramm bei Aufenthalten in Norditalien.

Noch ein Blick auf die gigantische Kulisse

Und ein Blick auf den Lago di Garda

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