Lese-Reise durch Thüringen und Sachsen

Schwerpunkte verschieben sich

Kurz nach der Veröffentlichung des Ratgebers „Alkohol – Die Gefahr lauert überall!“ stand der Alkoholiker im Mittelpunkt, inzwischen hat sich der Schwerpunkt verschoben. Durch die Erfahrungen der letzten 18 Monate verlagerte sich der Fokus auf die Unterstützung von Menschen aus dem Umfeld und die Vermeidung von Rückfällen.

So war es auch keine Überraschung dass die Lesereise durch Thüringen und Sachsen von diesen Themen bestimmt wurde.

Nach einer intensiven, teilweise provokanten, aber immer fairen Diskussion in der Justizvollzugsanstalt Untermaßfeld wurde klar: An dieser Stelle ist noch viel zu tun.

Justizvollzugsanstalt Untermaßfeld – malerisches Wasserschloß

Nicht nur in dieser JVA, sondern auch in allen anderen bundesdeutschen JVA´s können die Menschen erreicht werden, ob sich ein „Umdenken“ einstellt bleibt abzuwarten. In jedem Fall gingen die Teilnehmer aus sich heraus, stellten viele Fragen und hinterfragten. Ein guter Test für weitere Veranstaltungen. Auch die weiteren Veranstaltungen in Meiningen (Suchthilfe) und Eisfeld (Freundeskreis) waren gut besucht, ein besonderes Erlebnis, die Gründerin des Freundeskreises war bei der Lesung mit dabei.

Meiningen „Alte Handwerskammer“

JVA Untermaßfeld

 

Eisfeld – am Lutherweg in Süd-Thüringen. Er führt zu den Wirkungsstätten Martin Luthers und zu vielen Orten, die mit der Reformation in Verbindung stehen.

Der Freundeskreis nutzt das Pfarrhaus für Veranstaltungen. Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe, Landesverband Thüringen e.V.

Ein besonderes „Highlight“ war die Teilnahme am Selbsthilfefachtag in der Median Klinik in Römhild. Fachkundiges Publikum und die Erarbeitung eines Konzeptes zum Thema „Alkoholabhängigkeit in Partnerschaft und Familie. Auch hier ein längerer Vortrag mit Diskussion und die Leitung der Arbeitsgruppe mit tollen Erkenntnissen, die sich im nächsten Buch niederschlagen werden.

Krönung der Tour war die Veranstaltung im Helios Park-Klinikum in Leipzig. Voll besetzter Wintergarten, eifrige Zuhörer mit provokanten Thesen und letztlich eine gelungene Veranstaltung. Bereits im Jahr zuvor hatten hier zahlreiche Teilnehmer die Veranstaltung besucht, diesmal wurde die Teilnehmerzahl noch getoppt.

In der Reisenachlese konnten zahlreiche neue Kontakte erfasst werden, Selbsthilfegruppen bekundeten Interesse an kostenlosen Lesungen, Suchthilfen meldeten Interesse an und auch Kliniken werden nunmehr häufiger besucht.

Helios Klinikum Leipzig

Arbeitsgruppe Römhild

Meiningen Suchthilfe

Römhild Fachtagung

Hier noch ein Überblick zum veränderten Ablauf einer Lesung/Gespräch:

 

 

 

 

 

Der Alkoholiker lebt in seiner eigenen Welt und nur er SELBST kann sich aus der Umklammerung durch den Alkohol befreien. Deshalb kann der Ratgeber für den Alkoholiker auch nur eine Information über Möglichkeiten zum Entzug sein.

Ich richte mich an die Menschen, die aus der Entgiftung kommen und darauf warten in eine Langzeittherapie zu gehen. Hier passieren die meisten Fehler. In den meisten Fällen entsteht zwischen der Entgiftung und der Langzeit eine große Lücke und genau in dieser Zeit passieren viele Rückfälle. Das gleiche gilt nach der Therapie, Selbsthilfegruppen und Einzeltherapien sind überlebenswichtig, reichen aber alleine nicht aus. Insbesondere das Verhalten der Betroffenen im täglichen Leben ist mein Anliegen, darüber möchte ich mit den Betroffenen reden und aus meiner Erfahrung über richtiges oder besser angemessenes Verhalten reden.

Hier gilt es die Sensibilität zu erhöhen, die Rückfallquote durch richtiges Verhalten zu senken und darauf zu achten das der Betroffene im Tagesablauf alle Kriterien zur Vermeidung von Rückfällen einhalten kann. Ich bin ein Vertreter der Null – Alkohol-These. Das heißt im Klartext, jeglicher Genuss von Alkohol, alkoholhaltigen Zutaten und Aromen ist zu vermeiden. Dies ist verbunden mit völlig offenem Umgang mit dem Thema „Ich bin Alkoholiker“, über das Studium aller Lebensmittelbeschreibungen auf Fertigwaren, Verpackungen, in Restaurants usw. Immer klar und deutlich: Die bewusste Aufnahme von Alkohol geht nicht, unbewusst „kann“ gehen. Allerdings ein sofortiger Stop wenn die die Ingredienzien bekannt sind.

Meine Schwerpunktthemen derzeit in diesem Bereich: Einführung einer Kennziffer, ähnlich wie bei Farbstoffen, auf Speisekarten. Betroffen sind nicht nur trockene Alkoholiker, sondern auch Gläubige,

Allergiker, Schwangere und vor allem Kinder. Weder Politik noch Wirtschaft reagieren auf diese Problematik, die DEHOGA  verharmlost die Angelegenheit und will sich nicht mit den Betrieben anlegen.

Dabei stellt sich gerade dieser Punkt als sehr einfach lösbar da, denn viele Restaurants reagieren auf Anfrage entsprechend und deklarieren.Ein besonders gutes Beispiel ist die Kette „L ósteria“, hier werden alkoholische Inhalte mit einer eigenen Kennziffer deklariert und selbst auf der Tageskarte finden sich Hinweise auf ev. alkoholische Inhaltsstoffe. Ein Umdenken der DEHOGA wäre hier ein gewaltiger Fortschritt und ich werde das Thema bei jedem Vortrag auf „auf die Tagesordnung setzen“.

Der schnelle Schluck um den Pegel aufzufüllen

Ebenfalls zu den Inhalten gehört die Verbannung von „Flachmännern“ aus den Kassenzonen.Ein sehr schwieriges Thema, denn gerade hier handelt es sich um eine „bärenstarke“ Lobby, die Fläschchen sind ,aus meiner Sicht, ausschließlich  für Alkoholiker gemacht und werden immer in Zugriffsbereichen angeboten.Auch hier gilt die Devise-steter Tropfen höhlt den Stein und wenn es gelingt die Angebote HINTER die Verkaufstheken zu verbannen, ist schon wieder etwas gewonnen.

Zum anderen Themenbereich gehört die Unterstützung von Menschen, die im Umfeld von Alkoholikern leben, gelebt haben oder sonst vom sogenannten Co-Alkoholismus betroffen sind. Der Mitbetroffene wie man heute sagt, trinkt nicht selbst. Er schützt und bestärkt den Trinkenden durch sein Verhalten. Die gesundheitlichen Gefahren für einen Co-Alkoholiker können immens sein.

Gegenüber Freunden, Verwandten und Bekannten wird dem Trinkenden die Verantwortung für sein Handeln mehr und mehr abgenommen.Weiteres Ziel derzeit: Menschen aus dem Dschungel der sozialen Medien(zum Beispiel Facebook) in die reale Welt von Selbsthilfegruppen zu führen. Diese keinesfalls verdammen, aber die Wichtigkeit von realen Gruppen unterstreichen und in vielen Fällen Hilfestellung leisten.In den Gesprächen (nach der Lesung) stehen die Themen „Verhinderung von Rückfällen“ und „Informationen und Erfahrungen im Umgang mit Co-Abhängigen“ im Mittelpunkt, aber auch alle anderen Themen werden angesprochen.

Kontakt für kostenlose Lesungen(nur Reisekosten): bthom@web.de

Helios Park-Klinikum Leipzig

Werbung – „Alkohol -Die Gefahr lauert überall!“

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